Die schönsten Hochzeitsbräuche in Deutschland

Ob Baumstamm sägen, Blumenkinder oder Reis werfen - es gibt viele Hochzeitsbräuche, die jede Hochzeit bereichern. Die schönsten stellen wir Dir hier vor. Bestimmt ist für Deine eigene Hochzeit auch das passende dabei.

 

(1) Autokorso

Eine weit verbreitete und sehr beliebte Hochzeitstradition im Anschluss an die Hochzeitszeremonie ist die gemeinsame Fahrt der Hochzeitsgesellschaft in einem Autokorso zur nächsten Location. Dabei wird mit lautstarkem Hupen die Freude über die vollzogene Eheschließung zum Ausdruck gebracht. Einige glauben zudem, dass der Lärm der Hupen böse Geister vertreibt und somit das Paar vor schädlichen Einflüssen geschützt wird. Dies ist auch der Grund dafür, warum einige Hochzeitsgesellschaften leere Blechdosen an das Auto des Hochzeitspaares binden.

 

Wissenswert: In Deutschland ist das Hupen ohne Grund verboten. Gemäß §16 der Straßenverkehrsordnung (StVO) darf nur dann gehupt werden, wenn man außerhalb geschlossener Ortschaften überholt oder sich oder Andere gefährdet sieht. Ansonsten liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, die mit einer Geldbuße von rund 10€ geahndet wird. Glücklicherweise drücken die Ordnungshüter in der Regel ein Auge zu, wenn die Lärmbelästigung nicht zu groß wird.

 

(2) Baum pflanzen

Eine sehr schöne Tradition ist es nach der Trauung einen Baum im Garten oder in der Gemeinde zu pflanzen. Dies symbolisiert nicht nur den gemeinsamen Weg und das gemeinsame Wachsen, sondern hat auch einen positiven Effekt für die Umwelt und wird das Paar immer an den schönsten Tag in ihrem Leben erinnern.

 

(3) Blumenkinder

Zu jeder traditionellen Hochzeit gehören Blumenkinder, die beim Auszug des Brautpaares aus der Kirche vor dem Paar hergehen und Blumen verstreuen. Mit diesem alten heidnischen Brauch sollen durch den Duft der Blumen die Fruchtbarkeitsgötter auf das Brautpaar aufmerksam gemacht werden und für reichen Kindersegen sorgen.

 

Anmerkung: In manchen Regionen ist es üblich auch schon beim Einzug des Brautpaares in die Kirche Blumen zu streuen. Dies ist aber eigentlich nicht ganz richtig, da das Paar ja noch nicht verheiratet ist und somit es noch zu früh wäre die Fruchtbarkeitsgötter auf das Paar aufmerksam zu machen.

 

(4) Braut über die Schwelle tragen

Dieser Brauch hat wie viele andere mit dem Schutz vor bösen Geistern zu tun. Um die Braut vor der unter der Türschwelle lauernden bösen Geistern zu schützen, trägt der Bräutigam seine Frau schützend über die Schwelle in die gemeinsame Wohnung.

 

(5) Brautentführung

Einmal nicht aufgepasst und schon ist sie weg. Die Entführung der Braut durch Freunde der Familie ist eine immer noch sehr beliebte Tradition. Der Bräutigam muss sich dann mit seinen Trauzeugen auf die Suche machen und seine Braut finden. Auf dem Weg, der in der Regel über diverse Kneipen verläuft, muss der Bräutigam dann für Tipps, Hinweise und letztendlich die Auslösung seiner Frau diverse Rechnungen bezahlen. So kann es für eine guten Tipp notwendig sein eine Lokalrunde zu geben oder mit den Anwesenden den einen oder anderen Schnaps zu trinken.

 

Tipp: Die Tradition der Brautentführung kann für den Bräutigam teuer werden. In der Regel denkt er aber nicht daran sich auf diesen Fall vorzubereiten. Daher sollte sein Trauzeuge daran denken für seinen „Schützling“ Geld einzustecken, da die Brautsuche ohne Geld eher schleppend verlaufen kann.

 

(6) Brautjungfern

Um böse Geister von der Braut fern zu halten, umgab sich die Braut in früheren Zeiten mit jungen unverheirateten und schön gekleideten Frauen. So konnte ein böser Geist nicht feststellen, welche der Frauen die Braut war. Heutzutage haben die Braujungfern, in der Regel gute Freundinnen, eher eine unterstützende Funktion. Sie sollen die Braut entlasten und dafür sorgen, dass die Braut den schönsten Tag im Leben in vollen Zügen genießen kann.

 

(7) Brautschleier

Der Brautschleier symbolisiert die Unschuld und wird von der Braut am Tag der Hochzeit getragen. Traditionsgemäß führt der Brautvater die verschleierte Braut vor den Altar. Der Bräutigam nimmt dann seine zukünftige Frau in Empfang und lüftet den Brautschleier, um dann seine Angebetete ohne Schleier zu heiraten.

 

(8) Brautstrauß werfen

Am Tag der Hochzeit übergibt der Bräutigam seiner zukünftigen Frau einen Brautstrauß, den traditionsgemäß die Schwiegermutter zuvor ausgesucht hat. Der Brautstrauß besteht traditionell aus Myrte, wenn die Frau noch eine Jungfrau ist, ansonsten aus Orangenblüten. Nach der Trauung und im Laufe der Feier findet dann der Wurf des Brautstraußes statt. Dabei dreht die nun frisch verheiratete den noch nicht verheirateten anwesenden Frauen den Rücken zu und wirft den Strauß in die Menge. Diejenige, die den Brautstrauß fängt, soll dann die nächste sein, die in Kürze vor dem Traualtar tritt.

Wissenswert: In der Renaissance hatte der Brautstrauß eine praktische Bedeutung. Zu dieser Zeit war Körperhygiene noch nicht sonderlich verbreitet. In der Folge roch es in der Kirche nach kurzer Zeit ziemlich streng. Um den Geruch zu verbessern und die Braut vor einen Ohnmachtsanfall zu bewahren, wurden Duftsträuße mitgebracht, die sich bis heute in Form des Brautstraußes gehalten haben.

 

(9) Briefkasten

Diese recht junge Tradition gibt den Hochzeitsgästen die Gelegenheit dem Brautpaar einen netten Brief zu schreiben und diesen in einen dafür aufgestellten Briefkasten zu werfen. Diese Briefe sollen das Paar in den ersten Wochen begleiten. So wird Woche für Woche ein Brief geöffnet und die schöne Erfahrung wird immer wieder lebendig.

 

(10) Dankeskarte

Ein schöner Brauch ist es den Gästen einige Tage nach der Hochzeit noch einmal zu danken. Viele schreiben einen kurzen Brief und legen ein paar Bilder von der gemeinsamen Feier bei. Diese sehr persönliche Geste wird sicherlich allen Gästen gut gefallen.

 

(11) Hochzeitstorte

Es gibt wohl keine Hochzeit ohne Hochzeitstorte. Das Anschneiden der oftmals mehrstöckigen Torte eröffnet traditionsgemäß das Kuchenbuffet und hat zusätzlich eine symbolische Bedeutung. Die frisch vermählten schneiden die Hochzeitstorte gemeinsam an. Dabei wird geschaut, wie die beiden gemeinsam das Messer halten. Es heißt, dass derjenige in der Beziehung das Sagen hat, der beim Schneiden der Torte die Hand oben hat.

 

(12) Holzstamm sägen

Die erste gemeinsame Herausforderung des frisch vermählten Paares im Anschluss an die Trauung ist häufig das Zersägen eines Holzstammes mit einer Schrotsäge. Diese Art der Säge funktioniert nur dann gut, wenn beide abwechselnd und rhythmisch ziehen. Mit dieser ersten Aufgabe als Paar soll unter Beweis gestellt werden, dass die frischvermählten harmonieren und Herausforderungen gemeinsam als Team meistern.

 

Tipp: Viele Braupaare nehmen den zersägten Holzstamm mit auf die Hochzeitsfeier und lassen die Gäste darauf unterschreiben. Als Erinnerung bekommt dieser dann einen Ehrenplatz.

 

(13) Polterabend

Gemäß dem Motto „Scherben bringen Glück“ ist es in Deutschland Tradition vor der eigentlichen Hochzeit, in der Regel am Vorabend der kirchlichen oder standesamtlichen Trauung, einen Polterabend zu veranstalten. Dieser findet regelmäßig vor dem Haus der Braut statt und beinhaltet stets das Zerbrechen von mitgebrachtem Porzellan. Heutzutage wird der Begriff Porzellan weit gefasst: die Gäste bringen Porzellan, Keramik, Steingut, Fliesen, Blumentöpfe und auch Toilettenschüsseln mit und sorgen damit für einen großen Haufen Scherben. Das Brautpaar muss dann gemeinsam diesen Scherbenhaufen aufräumen und entsorgen. Damit wird symbolisch gezeigt, dass das Paar an einem Strang zieht, gemeinsam anpackt und Hindernisse aus dem Weg räumt.

 

Wichtig: Gläser dürfen nicht zerbrochen werden, das Glas ein Symbol für Glück ist. Auch wäre es falsch einen Spiegel zu zerschlagen, da dies ja bekanntermaßen sieben Jahre Unglück bringt.

 

(14) Reis werfen

Nach der Hochzeitszeremonie, wenn das Paar die Kirche verlässt, ist es immer noch weit verbreitet, dass das nun frisch vermählte Brautpaar von den Gästen mit Reis beworfen wird. Dieser alte Hochzeitsbrauch symbolisiert Fruchtbarkeit und soll für einen reichen Kindersegen sorgen. Dieser Brauch wird aber immer seltener, da es von vielen Standesämtern und Kirchen nicht gerne gesehen wird, wenn man Lebensmittel auf diese Weise verschwendet. Viele Hochzeitsgesellschaften sind daher dazu übergegangen Seifenblasen zu pusten, Blüten zu werfen oder Luftballons in Herzform steigen zu lassen.

 

(15) Brautschuhe kaufen

Ein früher sehr verbreiteter Brauch war es, die Brautschuhe mit gesparten Pfennigen, heute Euro-Cents, zu bezahlen. Dadurch zeigte die Braut, dass Sie sparsam ist und gut mit Geld umgehen kann. In der heutigen Zeit hat der Brauch aber nicht mehr sonderlich verbreitet.

 

(16) Tauben fliegen lassen

Viele Paare möchten nach der Trauung ein Paar weißer Tauben fliegen lassen. Dabei symbolisiert die weiße Farbe Reinheit und Unschuld. Da Tauben monogam leben stehen sie auch für lebenslange Liebe, Treue und bedingungslose Zuneigung.

 

(17) Von einem Teller essen

Das Brautpaar isst die Vorspeise, in der Regel die Hochzeitssuppe, aus einem Teller. Damit zeigt das Paar den anwesenden Gästen ihre Verbundenheit. Oftmals füttern sich die frisch vermählten dabei auch noch gegenseitig. Diese symbolische Geste steht für die Bereitschaft und den Wunsch sich stets um den anderen zu kümmern.

 

(18) Zeremonienmeister

Immer beliebter wird es einen guten Freund zum Zeremonienmeister zu ernennen. Dieser führt durch den Abend und kümmert sich um einen reibungslosen Ablauf. Damit wird das Brautpaar entlastet und kann den Tag entspannter genießen.

Impressum

Datenschutz

Kontakt